Nein! Habe ich nicht mehr. Mir erging es wie vielen Anderen auch. In einem Anflug von Wahn habe ich mir so eine Karte zugelegt. Bei jedem Einkauf in einem Payback Partnergeschäft wurde brav die Karte gezückt und Schwupps, hatte man gespart. Dann kam ja auch noch Aral mit ins Boot. Und von da an habe ich mir so meine Gedanken über dieses System gemacht.
Bei Aral gibt es pro voller 2 Liter Treibstoff 1 ganzen Paybackpunkt. Toll – ich tank mich reich. Um das mal ein wenig plastischer zu machen. Wenn ich pro Liter 1,35 Euro bezahle bekomme ich doch tatsächlich bei einem Umsatz von 2,70 Euro einen Punkt im Wert von 1 Cent! Ich sage bewusst nicht Rabatt oder Ersparnis. Ich hab ja erst einmal nur den Punkt. Und um diesen einzulösen muss ich in der Regel schon wieder Geld ausgeben. Aber dazu komme ich gleich. Dieser eine Punkt bringt mir bei Aral eine ‘Ersparnis’ von 0,37%. Wenn ich zu der Freien Tankstelle 500m weiter fahre, dann spare ich pro Liter min. 1 Cent, macht 0,74 %. Und das ist eine echte Ersparnis. Auch wenn wir hier jetzt über Cent reden. Wir tanken ja nicht nur ein oder zwei Liter.
Aber was ist jetzt passiert. Ist Aral jetzt übermütig geworden? Die verschenken ja Geld wie Heu. ;o) Na, verarmen werden die wohl nicht. Aber die haben jetzt doch was ganz Tolles. Als erstes wäre da mal Deine Adresse. Für neue Adressen zahlen Adressverlage ein Vielfaches von dem was Aral zahlt. Und da Du ja auch schon Kunde bist ist Deine Adresse für Aral noch wertvoller. Werbung lässt Grüßen. Als weiteren Bonus für die Punkte kennt Aral jetzt Dein Kaufverhalten. Wie viel Sprit Du im Durchschnitt an welchen Tagen in der Woche tankst und was Du noch so aus dem Shop mit nimmst. Und die Reichweiten der einzelnen Tankstellen können ermittel werden. Wenn ich Aral wäre, würde ich feststellen an welchen Tagen in der Woche oder im Monat am häufigsten getankt wird und in der Nacht vor diesen Tagen die Spritpreise leicht erhöhen. Wie sonst sind die ewigen Preisänderungen an den Tankstellen zu erklären.
Alle anderen Geschäfte werden ähnlich handeln. So werden wir Schritt für Schritt ausspioniert und wir nehmen das alles klaglos hin – weil wir ja ganz dolle sparen. Ach ja, sparen. Fairerweise muss ich sagen, dass man sich ab 1000 Punkte sein Guthaben auszahlen lassen kann. Nur um das mal am Beispiel von Aral klar zu machen. Für 1000 Punkte muss ich, bei einem Spritpreis von 1,35 Euro, für 2700 Euro getankt haben. Aufs Jahr gerechnet sind das jeden Monat 225 Euro. Bei DM, REAL und sonstigen gibt es pro vollen 2 Euro 1 Punk soll heißen – 1000 Punkte für 2000 Euro Umsatz. Der Rabatt beträgt dann 10 EURO macht 0,5% vom Umsatz. In der Regel wird sich der Umsatz aus Tanken und Einkauf zusammensetzen. Punkte können auch verfallen. Hierzu die Payback AGB
5. Punkteverfall
PAYBACK Punkte verfallen mit Ablauf des 30.09. eines jeden Kalenderjahres, frühestens jedoch mit Ablauf von 36 Monaten ab ihrer Registrierung.
Jeder, der nicht den Riesenumsatz hat und seine Punkte nicht verfallen lassen möchte, kann sich seine Prämie beim Kauf eines im Shop angebotenen Artikel, anrechnen lassen. Mein Rat! Lieber nicht. Die angebotenen Artikel sind teilweise zum gleichen Preis oder billiger in anderen Shops erhältlich. Und sind wir mal ehrlich. Um z.B. 5 Euro zu sparen muss ich ein vielfaches an Euros ausgeben? Wie krank ist das denn? Das nenne ich Verarsche erster Sahne. So kann man Kunden binden und noch daran verdienen.
Ich habe vor einiger Zeit für mich entschieden das nicht mehr zu unterstützen. Ich habe den Paybacks geschrieben, dass ich meine Kundenkarte vernichtet habe und das ich jeder weiteren Nutzung meiner Daten widerspreche. Gleichzeitig habe ich dazu aufgefordert meine Daten zu löschen und mir jede weitere Werbung von den Payback-Partnern verbeten. Man solle mir bitte mitteilen, dass und wann meine Daten gelöscht worden sind.
Nach ca. 14 Tagen schrieben die Paybacks zurück. Man bedauere sehr, dass ich dieses fantastische System nicht mehr nutzen wolle. Aber eine Löschung meiner Daten wäre aus finanztechnischen Gründen (Abrechnungen, Auszahlungen u.s.w.) nicht möglich.
in meinem nächsten Schreiben bedauerte ich, dass Payback meine Daten nicht löschen könne. Leider musste ich darauf hinweisen, dass ich weder Punkte eingelöst, noch habe auszahlen lassen. Daher stehe einer Löschung meiner Daten nichts im Wege, da es nichts ‘Finanztechnisches’ gäbe. Ich bestand nochmals auf die Löschung meiner Daten. Und wie das so ist, mit China und dem Sack Reis, ich habe von den Paybacks nichts mehr gehört. Aber etwas scheint passiert zu sein. Diese penetrante DM-Werbung ist schon seit Monaten nicht mehr bei mir eingetrudelt.
Fazit: Ich tanke nicht mehr bei den ‘Großen’. Es gibt billigere Märkte als Real und Co. Und ich lasse mir nicht mehr hinterherspionieren. Die Methoden von Payback und Co. sind Stasi 2.0. Schäuble in der Politik reicht. Da muss ich mir das nicht noch freiwillig geben.











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