Haben Sie eine Payback-Karte?

Veröffentlicht am 18. Mai 2007 von Wolfgang

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Nein! Habe ich nicht mehr. Mir erging es wie vielen Anderen auch. In einem Anflug von Wahn habe ich mir so eine Karte zugelegt. Bei jedem Einkauf in einem Payback Partnergeschäft wurde brav die Karte gezückt und Schwupps, hatte man gespart. Dann kam ja auch noch Aral mit ins Boot. Und von da an habe ich mir so meine Gedanken über dieses System gemacht.

Bei Aral gibt es pro voller 2 Liter Treibstoff 1 ganzen Paybackpunkt. Toll – ich tank mich reich. Um das mal ein wenig plastischer zu machen. Wenn ich pro Liter 1,35 Euro bezahle bekomme ich doch tatsächlich bei einem Umsatz von 2,70 Euro einen Punkt im Wert von 1 Cent! Ich sage bewusst nicht Rabatt oder Ersparnis. Ich hab ja erst einmal nur den Punkt. Und um diesen einzulösen muss ich in der Regel schon wieder Geld ausgeben. Aber dazu komme ich gleich. Dieser eine Punkt bringt mir bei Aral eine ‘Ersparnis’ von 0,37%. Wenn ich zu der Freien Tankstelle 500m weiter fahre, dann spare ich pro Liter min. 1 Cent, macht 0,74 %. Und das ist eine echte Ersparnis. Auch wenn wir hier jetzt über Cent reden. Wir tanken ja nicht nur ein oder zwei Liter.

Aber was ist jetzt passiert. Ist Aral jetzt übermütig geworden? Die verschenken ja Geld wie Heu. ;o) Na, verarmen werden die wohl nicht. Aber die haben jetzt doch was ganz Tolles. Als erstes wäre da mal Deine Adresse. Für neue Adressen zahlen Adressverlage ein Vielfaches von dem was Aral zahlt. Und da Du ja auch schon Kunde bist ist Deine Adresse für Aral noch wertvoller. Werbung lässt Grüßen. Als weiteren Bonus für die Punkte kennt Aral jetzt Dein Kaufverhalten. Wie viel Sprit Du im Durchschnitt an welchen Tagen in der Woche tankst und was Du noch so aus dem Shop mit nimmst. Und die Reichweiten der einzelnen Tankstellen können ermittel werden. Wenn ich Aral wäre, würde ich feststellen an welchen Tagen in der Woche oder im Monat am häufigsten getankt wird und in der Nacht vor diesen Tagen die Spritpreise leicht erhöhen. Wie sonst sind die ewigen Preisänderungen an den Tankstellen zu erklären.

Alle anderen Geschäfte werden ähnlich handeln. So werden wir Schritt für Schritt ausspioniert und wir nehmen das alles klaglos hin – weil wir ja ganz dolle sparen. Ach ja, sparen. Fairerweise muss ich sagen, dass man sich ab 1000 Punkte sein Guthaben auszahlen lassen kann. Nur um das mal am Beispiel von Aral klar zu machen. Für 1000 Punkte muss ich, bei einem Spritpreis von 1,35 Euro, für 2700 Euro getankt haben. Aufs Jahr gerechnet sind das jeden Monat 225 Euro. Bei DM, REAL und sonstigen gibt es pro vollen 2 Euro 1 Punk soll heißen – 1000 Punkte für 2000 Euro Umsatz. Der Rabatt beträgt dann 10 EURO macht 0,5% vom Umsatz. In der Regel wird sich der Umsatz aus Tanken und Einkauf zusammensetzen. Punkte können auch verfallen. Hierzu die Payback AGB

5. Punkteverfall

PAYBACK Punkte verfallen mit Ablauf des 30.09. eines jeden Kalenderjahres, frühestens jedoch mit Ablauf von 36 Monaten ab ihrer Registrierung.

Jeder, der nicht den Riesenumsatz hat und seine Punkte nicht verfallen lassen möchte, kann sich seine Prämie beim Kauf eines im Shop angebotenen Artikel, anrechnen lassen. Mein Rat! Lieber nicht. Die angebotenen Artikel sind teilweise zum gleichen Preis oder billiger in anderen Shops erhältlich. Und sind wir mal ehrlich. Um z.B. 5 Euro zu sparen muss ich ein vielfaches an Euros ausgeben? Wie krank ist das denn? Das nenne ich Verarsche erster Sahne. So kann man Kunden binden und noch daran verdienen.

Ich habe vor einiger Zeit für mich entschieden das nicht mehr zu unterstützen. Ich habe den Paybacks geschrieben, dass ich meine Kundenkarte vernichtet habe und das ich jeder weiteren Nutzung meiner Daten widerspreche. Gleichzeitig habe ich dazu aufgefordert meine Daten zu löschen und mir jede weitere Werbung von den Payback-Partnern verbeten. Man solle mir bitte mitteilen, dass und wann meine Daten gelöscht worden sind.

Nach ca. 14 Tagen schrieben die Paybacks zurück. Man bedauere sehr, dass ich dieses fantastische System nicht mehr nutzen wolle. Aber eine Löschung meiner Daten wäre aus finanztechnischen Gründen (Abrechnungen, Auszahlungen u.s.w.) nicht möglich.
in meinem nächsten Schreiben bedauerte ich, dass Payback meine Daten nicht löschen könne. Leider musste ich darauf hinweisen, dass ich weder Punkte eingelöst, noch habe auszahlen lassen. Daher stehe einer Löschung meiner Daten nichts im Wege, da es nichts ‘Finanztechnisches’ gäbe. Ich bestand nochmals auf die Löschung meiner Daten. Und wie das so ist, mit China und dem Sack Reis, ich habe von den Paybacks nichts mehr gehört. Aber etwas scheint passiert zu sein. Diese penetrante DM-Werbung ist schon seit Monaten nicht mehr bei mir eingetrudelt.

Fazit: Ich tanke nicht mehr bei den ‘Großen’. Es gibt billigere Märkte als Real und Co. Und ich lasse mir nicht mehr hinterherspionieren. Die Methoden von Payback und Co. sind Stasi 2.0. Schäuble in der Politik reicht. Da muss ich mir das nicht noch freiwillig geben.

Und da dieses Thema immer aktuell scheint. Hier ein kleiner Zusatz.

19 Responses to “Haben Sie eine Payback-Karte?”

  1. Werner Berger sagt:

    @HansHans
    An meiner Billigtanke steht an den Zapfsäulen ‘Verkauf im Namen der Total Deutschland…’ Wie? Nur Aral bietet Qualität? Is’ Klar… Träum weiter!

    Werner, der mit dem BMW fährt

  2. Thommy sagt:

    Tag auch,

    ja ein brisantes Thema und im Beitrag sehr schön zusammengefasst. Ich besitze aus oben genannten Gründen auch keine Paybackkarte. Aber warum eigentlich nicht? Sollte mir doch nur recht sein wenn das Angebot eines Unternehmens auf mich als Kunden abgestimmt wird. Sicher ist, dass viele Produkte der Paybackpartner einfach günstiger in anderen Läden zu bekommen sind. Da liegt also der Hase begraben.
    Ich vergleiche Payback immer gerne mit Straßenumfragen. Nur wenige würden auf der Straße für ein Werbepräsent, Name, Straße, leiblings Güter, etc. angeben. Bei Payback mit einem geringen Bonus reißen sich die Massen darum.
    Meine Frage ist wer gehört zu den blöden und ich kann mich da nie ganz einordnen, allerdings ist sicher das mich die Frage: “Haben Sie eine Paybackkarte” richtig nervt.
    So long.

  3. vanculo sagt:

    Mich nervt dieses Gefrage nach Kundenkarten auch ungemein.Aber die Kassierer sind eben gezwungen zu fragen. Wenn einem Kunden dann doch einfällt, dass er Payback hat, ist es evtl schon zu spät und die Rechnung muss wieder storniert werden.

  4. Michael sagt:

    Rabatt-Coupons, Bonusprogramm, Extrapunktecoupons, personalisierte Kaufempfehlungen usw… Wie kompliziert macht ihr eigentlich einen Kaufvorgang? Arbeitet für die Verwaltung Euerer Payback-Sache mal einen Tag, soviel könnt ihr mit Payback nicht sparen und habt Euren Kopf frei für wichtigere Sachen, als Bonuszettel usw. mit euch herumzuschleppen. Total albern dieses Payback-Zeugs! Informiert Euch lieber, wie ihr Euer Geld besser anlegt, oder arbeitet mal ein bißchen länger, als Euch auf so eine Datenveräußerung einzulassen. Das ist meine persönliche Sicht.

  5. maria1284 sagt:

    ich habe eine paybackkarte. weil jeder sie hat. weil ich punkte sammel und die in bargeld umwandeln kann. das wars!
    ich tanke nicht bei aral, kauf nicht bei real, kaufhof oder im bettenlager. die karte benutz ich nur für nen gewissen drogeriemarkt, in dem ich auch an der kasse sitze.

    also bin ich dazu gezwungen, nach der karte zu fragen und wenn keine vorhanden, eine anzubieten.

    “haben sie payback?”
    - “nein” (motzig, genervt)
    “sind sie dran interessiert?”
    -”NEIN!!!!!!!”

    manch einer antwortet gar nicht auf frage eins und hält mir bloß die kohle ins gesicht (gar nicht mal so unklug).

    manch einer sagt mir, “nimms nicht persönlich, aber payback ist ne große verarsche. deren wasserkocher krieg ich in japan hinterhergeschmissen.”, oder ähnliches.

    ich denke mir: kundengruppe x ohne karte kommt nicht gern wieder, da er JEDESMAL nach payback gefragt wird und ihm der das auf den nerv geht.
    daher frage ich bloß nach der karte – und handel mir ärger mit dem chef ein:
    “weißt du überhaupt, wie viel dahinter steckt?!! die nächste paybackaktion organisierst du, damit du das mal verstehst!”

    na danke. also frage ich lieber schön nach, lasse mich von den kunden anmotzen und grinse einfach nett. es ist mein job.

    und denke über die vernichtung meiner eigenen karte nach.

  6. Martin sagt:

    Da sich in der Nähe meiner Wohnung ein Kaufhof befindet kaufe ich dort gelegentlich ein. Die geografische Nähe ist auch schon der einzige Grund, weshalb ich noch da einkaufe, denn die penetrante Fragerei nach der Payback-Karte bei JEDEM Einkauf nervt mich inzwischen immer mehr.

    Inzwischen bin ich manchmal schon gereizt, noch bevor ich dran bin. Dann beantworte ich die Frage entweder gar nicht (gibt es eigentlich eine Dienstanweisung fürs Kassenpersonal, falls die Frage ignoriert wird?), oder ich sage, dass ich keine Lust mehr habe, die Frage zum 2578sten Mal mit “Nein” zu beantworten.

    Vor einiger Zeit habe ich auch schon mal eine Beschwerde an das Kaufhaus geschrieben, die natürlich nie beantwortet wurde…

    Weshalb nervt mich diese Frage so? Weil ich es nicht leiden kann, wenn man mich durch diese unglaubliche Hartnäckigkeit dazu nötigen will, mir so eine Karte zuzulegen und weil ein “Nein” nie endgültig akzeptiert wird.

  7. Der Knautschbär sagt:

    Und jetzt gibt es auch noch die Deutschland Card. :o (

  8. munkeywrench sagt:

    Auch, ich gehöre zu den Menschen, die sich von der anfänglichen Begeisterungswelle haben mireisen lassen und so eine tolle Karte besorgt haben.

    Anrechnen muss man den Köpfen hinter der Karte, dass sie da ganz große Psychologie betrieben haben!

    1. Wie haben die es geschafft, dass da “alle” mitmachen? Gruppenzwang? Massendummheit? Oder ist es den Leuten wirklich so scheißegal, dass sie ihre Seelen für ein Stück Plastik mit Magnetstreifen verkaufen? Das wäre traurig…
    2. Wieso funktioniert das denn immernoch? Jojos kamen doch auch aus der Mode… Immer dieses dumme Kärtchen vorzeigen müssen. Ausweispflicht im Supermarkt.
    3. Wieso reagieren die Leute nicht mit Boykott? Wenn ich 20 mal am Tag psychoterroristisch gefragt werde ob ich so eine Karte hätte, würde ich doch schon aus Prinzip zur äquivalenten Konkurrenz gehen! Sehen aber wohl auch genug Menschen gegenteilig…

  9. Paybackidee sagt:

    Hallo alle Paybackgegner!!!
    Ich glaube ich habe heute Nacht eine super Idee gehabt.
    Man kann diese Typen austricksen, und gleichzeitig mir helfen. Nach fast 40 Jahren im selben Job stehe ich im Moment vor dem NICHTS und es geht unaufhaltsam ins Hartz4 Geschehen! Super Deutschland!!!
    Ich suche also Menschen die bereit wären mit meiner Payback-Nr. einzukaufen.So hätte ich vielleicht ein paar Euros mehr und Ihnen allen würde es nicht wehtun und Payback hätte nix davon ausser sie müssen zahlen.
    Jeder der mir helfen möchte schickt einfach eine Kurze Mail an mich.
    payback-idee@nixda.de
    Danke im Vorraus

    Der Hausmeister sagt:
    “BETTELN UND HAUSIEREN VERBOTEN!!”

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